Der Speisesaal im Südbahnhotel ist einer der Spielorte von „Krieg und Frieden“.

Ein frischer Wind

Sarah Wetzlmayr, 30.06.2026

Die bröckelnde Dekadenz des Südbahnhotels Semmering macht das einstige Grandhotel zu einer spannenden Spielstätte für Theaterschaffende.

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Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1882 dauerte es nicht lange, bis sich sämtliche Mitglieder der Hocharistokratie und der neuen Hochfinanz im Südbahnhotel die Klinke in die Hand gaben. Das im Stil des Späthistorismus erbaute und durch die Semmeringbahn perfekt an Wien angebundene Hotel wurde rasch zum Synonym für Sommerfrische und die Gemeinde Semmering entwickelte sich in Windeseile zu einem beliebten Luftkurort. 1903 wurde das Südbahnhotel zum Grandhotel erweitert, in den darauffolgenden Jahren kamen weitere Trakte und Anbauten hinzu. Bis 1938 hielt die magische Anziehungskraft des Hotels an, mit dem Zweiten Weltkrieg endete seine Blütezeit – das Haus verlor zusehends an Bedeutung. Der Hotelbetrieb wurde um 1970 zwar endgültig eingestellt, allerdings wurde das Gebäude einige Jahrzehnte später von der Kulturszene wiederentdeckt. Und wiederbelebt.

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