„Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“: Ab 10. Jänner im Theater im Zentrum

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß: Das Böse in uns

Atha Athanasiadis, 05.01.2026

Mal ehrlich: Zu was sind Sie fähig? Gewalt? Mord? Wie dünn ist unsere Moraldecke? Robert Musils Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ zeigt, was passiert, wenn sie bricht. Thomas Birkmeir hat das Jahrhundertwerk für das Jetzt neu aufbereitet.

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Machen wir doch eine „Was-wäre-wenn“- Reise: Was wäre, wenn in den Schulen wieder mehr gelesen würde? Zum Beispiel die „Verwirrungen des Zöglings Törleß“ von Robert Musil. Ein Buch, das sich liest, als hätte Musil Donald Trump und seine Freunde als Vorbild vor Augen gehabt: Basini, ein Kadett, bestiehlt seine Mitschüler, um seine Schulden zu begleichen. Er wird entlarvt und muss fortan die sadistischen Erniedrigungen durch die anderen Jungs über sich ergehen lassen. Sexuelle Hörigkeit, psychologische Demütigungen – Musil zeigt, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie nur die Möglichkeit und die Macht dazu haben. Es geht um Grausamkeit als Beweggrund und die Lust an menschlicher Erniedrigung. Musil selbst wollte später, dass sein „Törleß“ als prophetische literarische Parabel auf das Dritte Reich gelesen wird. Mit den zwei Klassenterroristen Beineber und Reiting habe er Züge von Mussolini und Hitler vorweggenommen.

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