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„Es ist ein lustvoll schmatzender Wortaufstrich aus Flöhen, Blut und Mist. Ein Kunstwerk aus dreckigen Nabelschnüren, das sich einem beim Lesen nur allzu angenehm um den Hals wickelt“, schrieb der Deutschlandfunk über Helena Adlers 2020 erschienenen Roman „Die Infantin trägt den Scheitel links“. Regisseurin Susanne Lietzow und Schauspielerin Lisa Schrammel haben daraus eine „performative Sprechoper auf dem Heimatmisthaufen“ gemacht und sie im Kosmos Theater auf die Bühne gebracht. Das mit dem Misthaufen ist im Übrigen wörtlich zu verstehen, denn im feministischen Theater in der Siebensterngasse wurden insgesamt zwölf Tonnen Erde zu einem bekletter- und bespielbaren Bühnenbild – von Aurel Lenfert – aufgeschüttet. Auf diesem Heimatmisthaufen, der sich als perfekter Nährboden für Heimattümelei, Katholizismus und Alkoholismus entpuppt, versucht die Infantin, jüngste Tochter einer bäuerlich-katholischen Familie, zu überleben. Mit viel Mut und Unverfrorenheit pflügt sie durch ein System, in dem sie sich einfach nicht wiederfindet. Und wird dabei auch immer wieder in seinen sumpfigen Untergrund hineingezogen. Sie sägt an ihrem Stammbaum, bleibt jedoch trotzdem mit ihm verbunden.
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