Christopher Wurmdobler: Von wegen vierte Wand

Redaktion, 15.10.2026

Christopher Wurmdobler in seiner neuen Kolumne über das Durchbrechen der vierten Wand und warum Theater ein gemeinsamer Erlebnisraum ist.

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"Dit hamwa in Berlin jelernt“, berlinert die tolle Stefanie Reinsperger, wenn sie in Fritzi Wartenbergs und Mareike Fallwickls „Elisabeth!“ als Elisabeth von der Burgtheater-Bühne ins Parkett hinunterklettert, ein bisschen herumkrakeelt und ein Bad in der Menge nimmt. Beziehungsweise sich im Auditorium von jemandem den Perückenzopf abschneiden lässt. Nicht, dass das Aufbrechen der sogenannten „vierten Wand“ oder das Herumkrakeelen jetzt fürchterlich neu wären im Theater oder besonders häufig in der deutschen Hauptstadt praktiziert würden. Direkte Ansprache ist auch an den großen Wiener Häusern längst ein beliebtes Stilmittel. Manche im Publikum empfinden so etwas vielleicht trotzdem noch als ein wenig herausfordernd. Zum Beispiel wenn das eigene Verlegenheitslachen live kommentiert wird wie bei Alicia Aumüller und Patrycia Ziółkowska in Nicolas Stemanns „Ödipus Tyrann“ – grandios und ab Oktober wieder am Volkstheater zu sehen.

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