Christopher Wurmdobler macht Bücher und Theater. Wenn er nicht gerade im Nesterval- Ensemble probt oder spielt beziehungsweise Romane schreibt, sitzt er regelmäßig im Kaffee- haus oder im Theater. „Felix Austria“ heißt sein aktueller Roman, erschienen im Czernin-Verlag

Christopher Wurmdobler: Theater ist doch keine Echokammer

Redaktion, 20.04.2026

Hört auf zu motschgern und buht innerlich! Meinungsstarke können ihrem Mitpublikum den ganzen Abend verderben, meint Christopher Wurmdobler in seiner neuen Kolumne.

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"Da ist aber nicht mehr viel von Goethe übrig geblieben“, sagte der Mann auf dem Platz neben mir. Es klang spöttisch und er schien überhaupt nicht darauf bedacht zu sein zu flüstern. Dabei war zu diesem Zeitpunkt gerade erst etwas faul im Staate Dänemark. Auf der Burgtheater-Bühne standen Leintuch-Gespenster herum und im weiteren Verlauf des Abends gab es fünf verschiedene Hamlets. Und ja, das Stück war von Shakespeare und nicht von Goethe, ziemlich großartig inszeniert von Karin Henkel. Da ich den Mann neben mir nicht kannte, konnte ich nicht einschätzen, ob er einfach nur witzig sein wollte oder seine Enttäuschung ernst gemeint war. Nach der Pause saß er jedenfalls immer noch da und applaudierte am Ende sogar freundlich, wenn auch bereits im Aufbruch.

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