Christopher Wurmdobler macht Bücher und Theater. Wenn er nicht gerade im Nesterval-Ensemble probt oder spielt beziehungsweise Romane schreibt, sitzt er regelmäßig im Kaffeehaus oder im Theater. „Felix Austria“ heißt sein aktueller Roman, erschienen im Czernin-Verlag.

Christopher Wurmdobler: Eine Feuermauer zum Feierabend

Redaktion, 29.03.2026

Rohe Wände, gestohlene Kulissen, Irritationen am Set und ein Publikum, das auf die kleinsten Details achtet. Zu Recht.

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„Ich bin Bauleiterin“, beschwerte sich die Frau am Platz neben mir, als das Saallicht für die Pause anging. Sie verbringe den ganzen Tag in Rohbauten, da müsse sie sich „nicht auch noch nach Feierabend eine schiache Feuermauer anschauen“ Das war vor einiger Zeit im Akademietheater und das Stück habe ich vergessen. Habe ich natürlich nicht, aber es kann so ziemlich jede Inszenierung in den letzten zehn, zwanzig Jahren im Akademietheater gewesen sein. Gerade ändert sich da was, doch die schwarz angemalte Ziegelmauer mit den ebenfalls schwarzen, meterhohen Heizkörpern und der unendlichen Wendeltreppe links hat Generationen von Theaterschaffenden schwer beeindruckt – so oft wie die rohe Mauer Kulisse genug war. Aber was für eine! „Carol Reed“, einer der absurd-schönsten René-Pollesch-Abende im Akademietheater, spielte sogar mit der komplett leer geräumten Bühne und damit, dass das eigentliche Bühnenbild gestohlen worden sei. Stattdessen ließ die Bühnenbildnerin Katrin Brack damals kunstvoll Nebelschwaden verblasen: „Mon dieu, wo ist das Bühnenbild?“, riefen die Schauspieler*innen nervös.

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