Matthias Mamedof und Alina Fritsch bei den Proben für „Radetzkymarsch“.

Vom Umgang mit Spielräumen: „Radetzkymarsch“ bei „Bühne der Macht“ 

Sarah Wetzlmayr, 15.07.2026

Wenn alte Ordnungssysteme zerbröckeln, entstehen sowohl Ungewissheiten als auch Freiräume. Doch wie lassen sich diese nützen? Das ist nur eine vieler Fragen, mit denen sich Cornelia Rainers Inszenierung des Romans „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth beschäftigt. Das Stück ist ab 15. Juli im Rahmen des Festivals „Bühne der Macht“ zu sehen. Wir haben die Regisseurin und ihr Ensemble bei den Proben besucht.

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Was bleibt, wenn alte Ordnungssysteme zerbröckeln und frühere Gewissheiten verschwinden? Dann können zwar Spielräume entstehen, doch die Spielregeln, nach denen sie funktionieren, werden in der Regel nicht automatisch mitgeliefert, sondern müssen erst erdacht und entwickelt werden. An genau einem solchen Kipppunkt stehen in Joseph Roths Roman „Radetzkymarsch“ Franz von Trotta und sein Sohn Carl Joseph von Trotta. Der Vater, ein kaisertreuer Bürokrat, verlangt von seinem Sohn unbedingte Pflichterfüllung und Haltung, Carl Joseph weiß in einer zunehmend schwankenden Welt jedoch nicht mehr, woran er sich festhalten soll. In der Armee findet er jedenfalls keine Erfüllung.

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