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Jean-Luc Godard ist tot. Birgit Minichmayr erfährt vom Ableben des Filmregisseurs via Push-Nachricht. Sie befindet sich gerade in der Maske für das anbei publizierte Fotoshooting und reagiert ungefiltert auf die jähe Meldung. Erst lautstark bestürzt, dann entschieden dankbar. „Er durfte auf ein langes, erfülltes Leben zurückblicken und hat uns viele wunderbare Werke hinterlassen“, formuliert sie mit jener angeraut tiefen Stimme, die Liebhabern der darstellenden Künste so vertraut ist. Als sie mit 22 Jahren zum ersten Mal die Bühne des Burgtheaters betrat, um als Dirne in Arthur Schnitzlers „Reigen“ zu debütieren, prophezeiten ihr Kritiker eine gloriose Zukunft. Diesfalls sollten sie recht behalten. In zwei Jahrzehnten hat sie sich den bestimmten Artikel vor dem Nachnamen erarbeitet: die Minichmayr. Das „von“ des Künstlers, der ebenso diskrete wie explizite Adelstitel.
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