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Es war im August 1914, als einer der berühmtesten ersten Sätze der Weltliteratur in Prag zu Papier gebracht wurde: „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Wenn man Kafkas „Prozess“ heute liest, ist man überzeugt, dass es keine so prophetische wie klare Beschreibung der willkürlichen Vernichtung von Leben, die neun Jahre nach seinem Tod (am 3. Juni 1924) in Deutschland 1933 ihren Anfang nahm, in der Literatur gegeben hat. Dabei, so ist sein Biograf Rüdiger Safranksi („Um sein Leben schreiben“) überzeugt, ist die unerklärliche Verurteilung deswegen entstanden, weil Kafka eine Feierlichkeit zur Verlobung mit Felice Bauer über sich ergehen lassen musste (die später wieder aufgelöst wurde).
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