Angelika Hager: In trockenen Tüchern

Angelika Hager, 27.11.2025

Selten, aber doch: Theatermenschen, die auf die Wunderliste gehören.

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Adieu, „Postdramatische Belastungsstörung“! Kürzlich wurde Nils Strunk von den „Freunden des Burgtheaters” geehrt, als herausragendster Künstler des vergangenen Theaterjahrs bekam er den Elisabeth-Orth-Preis verliehen. Die Ehrung fand klein und fein im Foyer des Burgtheaters statt; Paula Wessely, im Dirndl in Öl auf der Wand verewigt, schickte milde Blicke und schien angesichts der ausufernden Laudatio so etwas zu flüstern wie: „Alles sehr fesch, meine Lieben, aber jetzt legen wir’s in trockene Tücher.” Ihr Herzensfreund Michael Heltau erzählte immer wieder, dass „die Paula” eine Pathos-Unverträglichkeit hatte und dass das ein Standardsatz von ihr war, wenn jemand zu dick aufgetragen hatte. Strunk, der rein optisch die Aura eines Dandys mit magerem Schlafpensum aus den 1920er-Jahren besitzt, hielt sich beim Bedanken kurz, dicht, trocken. Er sprach davon, dass man sich als Theatermensch nicht vor dem Digitalen fürchten soll, sondern das Analoge stärken möge.

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