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In der Familie ist plötzlich der Wurm drin. Ein heftiger Generationenkonflikt bahnt sich an. David, der strahlende junge Held, hat soeben Goliath das Haupt abgeschlagen. Und nun fliegt der blutige Schädel an Saul, dem von Gott erwählten König Israels, vorbei über die fein gedeckte Tafel. „Das Erscheinen von David wird von uns wie in einer Studie behandelt. David taucht auf und infiziert die Gruppe wie ein Virus. Das hat beinahe sektenartige Dimension. In diesem Zusammenhang hat mich Pasolinis ,Teorema‘ sehr inspiriert: Da kommt ein junger Mann in eine harmonische Familie hinein, und plötzlich verfallen alle diesem Jüngling. Nach und nach stellt sich heraus, dass unter der Oberfläche Vulkane brodeln. Durch ihn kommt alles zum Ausbruch“, sagt Regisseur Claus Guth im Gespräch mit Yvonne Gebauer für das Programmheft von Händels „Saul“, dieser Erfolgsproduktion des Theaters an der Wien. Sie hatte im Februar 2018 Premiere und war der dritte Streich im Rahmen einer Trilogie von Oratorien, die Claus Guth hier auf die Bühne brachte.
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