Er versteht sich als „kontinuierlich produzierender Handwerker“: Autor Thomas Köck.

„We are fucked wie nie zuvor“

Sarah Wetzlmayr, 10.07.2023

Müsste er perfekte Produkte abliefern, würde er schreiend davonlaufen, sagt Thomas Köck. Lieber betrachtet er seine Texte als verformbare Rohstoffe. Um einen solchen geht es auch in seinem Stück „solastalgia“.

Werbung

„Baum fällt“ braucht in Thomas Köcks Theatertext „solastalgia“ eigentlich niemand mehr zu rufen. Längst liegt der Wald, um den es in dem 2022 uraufgeführten Stück des mehrfach ausgezeichneten Autors geht, im Sterben – auch wenn der Großteil der Bäume noch steht. Während die einen dem Borkenkäfer die Schuld in die nicht vorhandenen Schuhe schieben wollen, wissen die anderen, dass das Problem hausgemacht ist – dass alles mit dem kapitalistisch geprägten Streben nach mehr steht und fällt. „dieses habitat / wird uns nicht mehr brauchen / wir sind von dieser landschaft / völlig unerwünscht“, urteilt der namenlose Ich-Erzähler im Stück. Kurz: „we are fucked / wie nie zuvor“.

Weiterlesen

Werbung