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„Die Zeit vergeht hier langsamer.“ Vera-Lotte Boecker meint dies durchaus als Kompliment an ihre neue Heimat Wien. Sie ist mit dem Fahrrad zum Interview ins Café Sperl gekommen und dabei in einen eiskalten Regenguss geraten, was ihrem reflektierten, der Welt nicht immer mit Bierernst zugewandten Wesen keinen Schaden zugefügt hat. Sie bestellt einen üppigen Einspänner, „der nach meinem Geschmack noch deutlich mehr Sahne vertragen könnte“, und ein Käseomelette, an dem sie noch lange essen wird. Sie mag Wiener Kaffeehäuser mit Patina und kann als geborene Rheinländerin mit langjährigem Wohnsitz Berlin auch die behauptete Unfreundlichkeit heimischer Kellner nicht bestätigen. „Ich finde sie auf angenehme Art desinteressiert, sodass man tatsächlich seine Ruhe hat.“ Ein Satz, den sich Wien Tourismus als Slogan sichern sollte.
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