Zwischen zwei Stockwerken und zwei Proben. Wir haben Marie-Luise Stockinger und Felix Rech im Arsenal getroffen, wo das Burgtheater seine Probebühnen beheimatet.

Und die Liebe höret nimmer auf: „Kasimir und Karoline“ im Burgtheater

Sarah Wetzlmayr, 22.03.2023

Während sich der vom Leben abgehängte Kasimir in Selbstmitleid suhlt, stolpert Karoline von einer Abhängigkeit in die nächste. Horváths Figuren in all ihrer Brüchigkeit zu durchdringen ist eine große Aufgabe, sind sich Marie-Luise Stockinger und Felix Rech einig.

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„Und die Liebe höret nimmer auf“ stellt Ödön von Horváth seinem Stück „Kasimir und Karoline“ als Motto voran. Ein Satz, der im ersten Moment verheißungsvoll nach „in guten wie in schlechten Zeiten“ klingt, dem gleichzeitig aber etwas Bedrohliches innewohnt. Das Motto zu seinem 1932 uraufgeführten Volksstück ist ähnlich doppeldeutig wie der Ausruf „Habe mich gerne!“, den der kurz zuvor „abgebaute“ Kasimir seiner Verlobten Karoline bereits am Ende der dritten Szene entgegenschmettert. Im Trubel des Oktoberfestes verlieren sie einander – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – aus den Augen. „Vielleicht sind wir zu schwer füreinander“, schlägt Karoline als Erklärung für ihr Auseinanderdriften vor.

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