Anna Netrebko als Mimì in der Wiener Staatsoper.

Schnell erklärt: Was ist eine Primadonna?

Redaktion, 13.02.2024

Im 17. Jahrhundert war die Bezeichnung Primadonna noch durchaus wörtlich zu verstehen. Gemeint war schlichtweg die wichtigste Sängerin einer Oper. Etwas später gab es einen Bedeutungswandel und es kamen einige negative Konnotationen hinzu.

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Als der Begriff Primadonna im 17. Jahrhundert aufkam, war damit nicht unbedingt die beste Sängerin im Ensemble gemeint, sondern in erster Linie die Interpretin der Hauptpartie. Der Begriff „prima uomo" bezeichnet den „ersten Mann“ bzw. den wichtigsten männlichen Sänger, hat sich aber nicht auf dieselbe Weise durchgesetzt. Grundsätzlich unterschied man zwischen der „Primadonna assoluta" und der „Primadonna altra“, wörtlich übersetzt die „absolute, vollendete“ und die „andere, weitere“. Ein Beispiel dafür ist Donizettis Oper „Maria Stuarda“ (1834/35) mit zwei beinahe gleichgestellten Frauenrollen (die Titelrolle und die Königin Elisabeth). Als sich in der zweiten Hälfte des 18. und im frühen 19. Jahrhundert auch die Opera buffa immer mehr durchsetzte, wurde auch zwischen einer „Primadonna seria“ und einer „Primadonna buffa“ unterschieden.

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