Rebecca Nelsen als Konstanze und Murat Seven als Bassa Selim in „Die Entführung aus dem Serail“ in der Wiener Volksoper. Die Partie der Konstanze wird in der Regel von dramatischen Koloratursopranistinnen gesungen.

Schnell erklärt: Was bedeutet Koloratur eigentlich?

Redaktion, 14.12.2023

Kaum eine Opernrezension kommt ohne den Begriff „Koloratur“ aus. Dass etwas dahintersteckt, das mit Farbe oder Färbung zu tun hat, scheint naheliegend. Hinter dem Begriff verbirgt sich jedoch noch viel mehr – vor allem eine spannende Geschichte.

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Es bedarf keines kleinen oder großen Latinums, um dahinterzukommen, dass der im Opernkontext häufig auftauchende Begriff „Koloratur“ etwas mit Farbe oder Färbung zu tun hat. Tatsächlich bedeutet Koloratur, dass die Stimme durch Läufe, Triller und größere Sprünge so verziert wird, dass eine neue Klangfarbe entsteht. Diese stattet beispielsweise Opernarien mit einem besonderen Charme oder Liebreiz aus, sodass das Publikum auf emotionaler Ebene ergriffen und bewegt wird. Koloraturen können auch Jubel, Freude, Leid, Schmerz oder Aggressionen ausdrücken. Kurz: Sie kommen zum Einsatz, wenn der reine Gesang als emotionales Ausdrucksmittel nicht mehr ausreicht. Ein Beispiel ist die weltberühmte Arie der Königin der Nacht aus der Oper „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart.

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