Der Klassik zugeneigt – nicht in ihr erstarrt.
Tobias Kratzer schätzt Musik, die Geschichten vermittelt. Sein Wien-Debüt „La gazza ladra“ in der Halle E des MQ fällt eindeutig in diese Kategorie.

Mit den Augen der Elster

Klaus Peter Vollmann, 15.11.2022

Tobias Kratzer inszeniert bei seinem Wien-Debüt eine Oper, die kaum jemand kennt: „La gazza ladra“ wird selten gespielt, sollte aber dringend erlebt werden. Der Regisseur garantiert rege Fantasie, rigorosen Witz und sinnlichen Mut.

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Der Mann ist begehrt. Mehrfach als Regisseur des Jahres ausgezeichnet und als eines der größten Inszenierungstalente seiner Generation gefeiert. Von internationalen Opernhäusern umgarnt und vom Publikum verwöhnt. Häufig mit dem Prädikat „Regiestar“ versehen. Tobias Kratzer, im sportiven Hipster-Outfit zum Fotoshooting in der Museums- Quartier-Halle E, seinem Arbeitsplatz für die nächsten Wochen, erschienen, lacht. „Ich nehme den Begriff freudig zur Kenntnis, würde ihn mir aber nicht selbst anheften. Natürlich ist es schöner, wenn einem ein positiver Ruf vorauseilt, statt dass es heißt: Ach, der schon wieder! Etwas anderes zu behaupten wäre verlogen.“

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