In „Rechnitz la Klamminger als maliziöse Nazi-Täterin zu sehen. Ein Rollenfach, das sie künstlerisch herausfordert.

Michaela Klamminger: Lust auf eine Mörderin

Klaus Peter Vollmann, 10.01.2021

Nonne wollte sie einmal werden. Nun spielt sie eine Nazi- Schergin. Michaela Klamminger stand schon mit neun Jahren auf der Bühne. Ihr Weg nach Wien-Josefstadt war lang. Nun darf sie in „Rechnitz“ als das Böse brillieren.

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Was tun fünfzehnjährige Teenager so in ihrer Freizeit? Mit Freunden chillen, Netflix-Serien streamen, der ersten Liebe frönen. Und die Eltern peinlich finden. Michaela Klamminger leitete mit fünfzehn eine Pressekonferenz. Da stand sie freilich schon sechs Jahre lang auf diversen Theaterbühnen und hatte ein erfolgreiches Jahr als Moderatorin einer Kinderradiosendung hinter sich. Wer dahinter ehrgeizige Eislaufeltern vermutet, irrt. „Sie haben mich sehr unterstützt, wollten mich aber auch schützen, weil sie Angst hatten, dass ich mir zu viel aufhalse.“ Auch Mitschüler*innen sei ihr Zug zum Tor oft nicht ganz geheuer gewesen. Manche fanden es eigenartig, wie weit sie als Kind bereits war und wie viel sie vom Leben wollte. „Die Schule fand ich eher lästig, weil ich Zeit für Mathematik und Physik verschwenden musste.“ Anstatt wertvolle Ressourcen für die Theaterarbeit zu schonen.

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