Schriftsteller Michael Köhlmeier schreibt jeden Monat in der BÜHNE über Kulturthemen, die ihn bewegen.

Michael Köhlmeier über die anspruchsvolle Schönheit

Redaktion, 10.11.2021

Wir können definieren, was das Wahre ist,
was das Gute ist – und beim Schönen stottern wir und reden uns auf den Geschmack heraus, schreibt Autor Michael Köhlmeier.

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„Schön, wie das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine mit einem Regenschirm auf dem Seziertisch.“ – Was für eine Metapher! – Absurd? An den Haaren herbeigezogen? Gewollt exzentrisch? Verrückt? Der Dichter Isidore Lucien Ducasse, bekannt als Comte de Lautréamont, beschwört in seinem Werk „Die Gesänge des Maldoror“ mit diesem Bild die außergewöhnliche Schönheit eines jungen Mannes. Das Buch ist erstmals 1874 erschienen, in einem winzigen, unbedeutenden Verlag, da lebte der Verfasser nicht mehr.

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