Mehmet Ateşçi berichtet von seinen Diskriminierungserfahrungen: „Ich habe erlebt, wie Fotos hin und her geschoben wurden – und ­gesagt wurde: ‚Du weißt schon, dass der schwul ist.‘“

Mehmet Ateşçi über #actout: „Das Publikum ist viel weiter als das Theater“

Klaus Peter Vollmann, 30.03.2021

Mit dem Manifest #actout kämpfen 185 Schauspieler:innen, die sich als lesbisch, schwul, bi, trans*, queer, inter und non-binär identifizieren, für mehr Sichtbarkeit. Mehmet Ateşçi vom Wiener Burgtheater erklärt, warum.

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Die Szene klingt wie aus einem sehr schlechten Film. Ein renommierter Schauspieler, gefeiert als Darsteller, beim Publikum beliebt, erhält die Zusage für eine Rolle als „Tatort“-Kommissar. Als die Produzenten allerdings erfahren, dass besagter Schauspieler schwul ist, wird ihm die Rolle wieder entzogen. Als Begründung dient, dass er „unter diesen Umständen“ wohl nicht befähigt sei, einen heterosexuellen Polizisten zu mimen. Wie bitte? Der Mann ist doch Schauspieler – und als solcher mittels Diplom qualifiziert, jede ­Figur verkörpern zu können. „Es passiert ständig, dass man mit derlei Ablehnung konfrontiert wird, im Direkten wie im Indirekten. Leider ist das noch ­immer salonfähig“, erklärt Mehmet Ateşçi, Schauspieler am Wiener Burgtheater.

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