„Ich schminke mich gerne selbst,“ sagt Schauspielerin Maria Bill.

Maria Bill über Edith Piaf, Lockenwickler und Aberglauben

Theresa Steininger, 02.05.2022

Auf Maria Bills Schminkspiegel liegen kleine Geschenke ihres Sohnes, die sie vor Vorstellungen berührt. Wir haben die Schauspielerin nach ihren Theaterritualen gefragt.

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Als melancholisch singender Narr in „Was ihr wollt“ ist Maria Bill derzeit Kontrapunkt der Inszenierung von Torsten Fischer, die in den Kammerspielen der Josefstadt in der Karwoche ihre umjubelte Premiere feierte. Und das nicht nur, weil sie die einzige Frau ist, die mitwirkt, während ganz in Shakepearescher Tradition ansonsten alle Rollen von Männern gespielt werden. Über ihr eigentlich geschlechtloses Auftreten als Narr hinaus, den sie im Clownskostüm mit dicker Schminke spielt, hebt sie sich auch über ihr Spiel ab. So singt sie Tangos von Astor Piazzolla, begleitet von Geige und Akkordeon. Unter den Liedern ist beispielsweise „Rinasceró“, das man einst von Milva interpretiert hörte. Bill sorgt inmitten des Gefühlschaos für einen ernsten Gegenpol.

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