Werbung
An den Wänden Regale bis zur Decke. Vollgeräumt mit kleinen Schachteln mit Etiketten wie „dicke Armbänder“, „dünne Armbänder“, „Knöpfe“.Mitten im Raum schiebbare Kleiderstangen mit Kostümen, auf denen Zettel geheftet sind, die das Stück beschreiben, das gerade geprobt wird: „Endspiel“, „Black Box“. Links drei Waschmaschinen und zwei Trockner, angeordnet wie eine Kunstinstallation. Dazwischen kleine Tische mit Nähmaschinen. Mit der Marke ist das Österreich der Sechzigerjahre aufgewachsen: die Pfaff. An einer Wand hunderte Stoffrollen. Kleiderpuppen in Dunkelgrün, Schwarz, Grau. Guten Tag, wir sind zu Besuch in der Schneiderei des Wiener Volkstheaters. Tina Prichenfried ist die Chefin hier, oder „Leitung Kostümwesen“, wie ihr Job im Kulturamtsdeutsch heißt. Was für ein poetischer Begriff, impliziert er doch, dass Kostüme lebendig sind, eine Seele haben. Zu Recht, denn ohne Kostüme bleiben die Körper auf der Bühne nackt. Prichenfried wirkt wie aus einem Gemälde des Existenzialismus gefallen. Cool. Neben ihr Mona Ulrich. Sie trägt Shades und eine Adidas-Latzhose. Ebenfalls cool. Sie ist die „Leitende Kostümbildnerin“ und hat schon in Dortmund unter Kay Voges gearbeitet.
Werbung