Felix Rech, Sarah Viktoria Frick und Nicholas Ofczarek in „Geschichten aus dem Wiener Wald".

Kolumne von Angelika Hager: „Woke-up-Calls"

Angelika Hager, 24.01.2022

Die politische Überkorrektheit macht auch vor dem Theater nicht halt. Da musste auch Ödön von Horváth dran glauben.

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Können Sie woke? Wissen Sie, was Sie mit kultureller Aneignung eigentlich anrichten können? Und wo sind da die Grenzen? Muss Adele tatsächlich einen Kniefall vor ihrer Instagram-Community tätigen, weil sie ein Musikfestival mit einer afrikanischen Zöpfchenfrisur besucht hatte? Ein Auftritt, der einen Shitstorm der Woke-Fraktion zur Folge hatte - wie anmaßend von einer überprivilegierten weißen Frau, die Traditionen afrikanischer Kultur zu vereinnahmen! Oder finden Sie, dass politisch korrekte Witze in etwa so sexy wie veganer Käse oder eine E-Mail-Debatte über sexuelle Einvernehm­lichkeiten vor dem ersten Date sind? Kann es Satire überhaupt geben, ohne irgendjemanden zu verletzen? Harald Schmidt, der Hohepriester politischer Unkorrektheit im TV-Entertainment, meint ein radikales „Nein“: „Ist in etwa so wie Fußball zu spielen, ohne gewinnen zu wollen.“

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