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Wien hat seine ganz eigene Willkommenskultur, die auf gut erzogene Deutsche mitunter verstörend wirken kann. Und weil Frank Genser Letzteres ist – also Deutscher –, stellte er sich höflich beim Einzug bei seiner Nachbarin vor: „Guten Tag, ich bin der Neue.“ Die Frau aus dem Mezzanin blickte ihn nur kurz an und hielt im Weitergehen trocken fest: „Na, schau ma mal.“ Mittlerweile glaubt Genser, das Herz der grantelnden Wienerin erobert zu haben, und in diesem Glauben lassen wir ihn dann auch und verraten ihm nicht, dass der Wiener ein Meister des hinterfotzigen Verbalmordes ist und er vielleicht zu höflich für diese Stadt.
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