„Ich würde mir wünschen, dass die Menschen, die meine Stücke sehen, über sich selbst und ihre Privilegien nachzudenken beginnen“, sagt Markus Öhrn.

In guten wie in schlechten Zeiten

Sarah Wetzlmayr, 28.03.2023

In den Siebzigerjahren sorgte Ingmar Bergmans Film „Szenen einer Ehe“ für leere Straßen und volle Scheidungskanzleien. Für den schwedischen Künstler Markus Öhrn ist die Geschichte Startpunkt einer weiteren bildstarken Auseinandersetzung mit patriarchalen Machtstrukturen.

Werbung

Als die TV-Fassung von „Szenen einer Ehe“ im Jahr 1973 erstmals ausgestrahlt wurde, bekam man auf den Straßen Schwedens nur vereinzelt Menschen zu Gesicht. Warum sich kaum jemand der Strahlkraft der von Ingmar Bergman erdachten Geschichte rund um ein verheiratetes Paar, das die klassischen Höhen und Tiefen einer Ehe durchlebt, entziehen konnte, ist bis heute Gegenstand filmtheoretischer Auseinandersetzungen. Angeblich löste Bergmans Sechsteiler, der zwei Jahre später in gekürzter Form auch im Kino zu sehen war, sogar eine Scheidungswelle aus. Der 1972 in Schweden geborene Künstler Markus Öhrn bekam von alldem damals noch nichts mit.

Weiterlesen

Werbung