Von den Proben zu „Mein Kampf“ kam Hanna Hilsdorf zum Interview. Auf ihrem Arm sind noch ihre Notizen zu sehen.

Im Aufwind durch den Angstmoment

Julia Schilly, 02.11.2020

Die BÜHNE hat die Schauspielerin Hanna Hilsdorf am Dach des Burgtheaters getroffen. Die Berlinerin spielt dort ihre erste Saison. Ihre erste Rolle hat sie in George Taboris "Mein Kampf".

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Es regt sich kein Lüftchen, und das gefällt Hanna Hilsdorf nicht. Die zierliche ­Schauspielerin steht am Dach des Burgtheaters und schaut enttäuscht den ­sogenannten Blasengel an. Dieser grüne Engel dreht sich normalerweise mit dem Wind. Er sitzt am Ende jenes Schachtes, der die verbrauchte Luft aus dem ­Zuschauerraum ins Freie spuckt. Die Drehung verstärkt die vorhandene Sogwirkung zusätzlich und damit die Belüftung. „Kann man den bewegen?“, fragt die Schauspielerin und wartet die Antwort gar nicht erst ab. Sie stemmt sich mit ihrem ganzen Gewicht gegen die massive Konstruktion und dreht sie mit einem lauten Rattern einmal im Uhrzeigersinn. Hilsdorf lacht, die blonden Haare fallen ihr ins Gesicht. „Jetzt kommt Wind ins Theater!“

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