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Die Frau: eine leere Leinwand, eine zu befüllende Hülle, eine Projektion, verborgen hinter sieben Schleiern, eine Fata Morgana, eine Befriedigung, eine Erfüllungsgehilfin. So weit die noch eher positiven, nichtsdestotrotz fürchterlichen Zuschreibungen des männlichen Blickes, der auf die Frau fällt, seit es Menschen gibt. Er fiel auf sie in steinzeitlichen Dörfern, in aufblühenden ägyptischen Städten, in mittelalterlichen Burgen, auf rauschenden Festen bei Hofe, in Kirchen und Tempeln, bei Wahlen, während Kriegen und im Frieden, in der Aufklärung, während Revolutionen, ein langer, langer Blick, der durch die Jahrtausende fällt und, sie durchdringend, bis in die Gegenwart. In manchen blickenden Augen lauert das Böse. Die Frau wird zur ahnungslosen Susanna im Bade, sie wird zur Medusa, deren Kopf abgehackt werden muss vom jugendlichen Helden, zur dämonenbuhlenden Hexe, die man vernichten muss, sie ist immer und für alle männlichen Belange verantwortlich.
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