„Der grausamste Wozzeck aller Zeiten“: Das sagt Florian Boesch zu Robert Carsens gefeierter Inszenierung. Er brillierte 2017 im Theater an der Wien in jener Partie, die ihm „unter den ­Nägeln brennt“.

Florian Boesch und das Lied als Trojaner in die Individualität

Stefan Musil, 27.01.2021

„Winterreise“, Lieder mit Franui, Händels „Saul“, der Graf in Mozarts „Figaro“: Florian Boesch ist Artist in Residence am Theater an der Wien und hat die Ära Roland Geyers mitgeprägt.

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„Das Cello war nicht das Medium, um mich künstlerisch auszudrücken. Ich hab daher gedacht, dass ich eher in der bildenden Kunst zu Hause bin“, erzählt der Bari­ton Florian Boesch. Musik war für den Sohn des Kammersängers Christian Boesch und Enkel der Sopranistin Ruthilde ­Boesch­ ­immer präsent. Doch schwankte Florian Boesch in der Jugend zwischen Musik und Bildender Kunst, war im Gymnasium in der Bühnenspielgruppe, hat etwa in Goethes „Faust“ die Schulkollegen auch als Schauspieler beeindruckt. Cello spielte er bis zur Matura. Es folgten ein HTL-Kolleg und vier Jahre Produktdesign in der Klasse von Ron Arad an der Angewandten. Aber nach „vielen schönen und geschätzten Umwegen“ hat ihn die Musik doch noch eingeholt.

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