Fabian Reichenbach sammelte erste Theatererfahrungen in der freien Szene in Leipzig, begann Soziale Arbeit zu studieren und entschied sich dann doch für das Theater. In der Saison 2023/24 ab- solvierte er am Volkstheater ein Studiojahr in Kooperation mit der Kunstuni Graz. Seit dieser Spielzeit ist Fabian Reichenbach festes Ensemblemitglied.

Fabian Reichenbach: Die Schönheit der Chance

Sarah Wetzlmayr, 22.10.2024

Fabian Reichenbach macht es einem leicht, stille Momente auszuhalten. Im Interview füllt er sie mit Wärme aus, in Jon Fosses reduziertem, beinahe frostigem Stück „Der Name“ mit seiner flirrenden Präsenz und Eindringlichkeit.

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Als „Mister Frost der Dramatik“ wurde der norwegische Autor, Literaturnobelpreisträger und „Magier der Stille“ Jon Fosse einmal bezeichnet. Auf Fabian Reichenbach, der demnächst in „Der Name“, einem frühen Stück Fosses, auf der Bühne des Volkstheaters zu sehen sein wird, trifft das ganz und gar nicht zu. Offen plaudert er drauflos, einen sogenannten „Icebreaker“ braucht es nicht. Die Mittagssonne, die sich an diesem Septembertag dazu entschlossen hat, Wien auch buchstäblich in einen Schmelztiegel zu verwandeln, tut ihr Übriges dazu. Wie auf der Theaterbühne zeigt der gebürtige Leipziger auch im Interview, dass er beides kann – laut und leise sein, verschmitzt und ernst. Den Drang, sich mit Haut, Herz und Haar in die Menge zu werfen (im übertragenen Sinne natürlich) nimmt man ihm auf der Bühne genauso ab wie eine tief verwurzelte Hintergründigkeit.

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