Der Roman „Die letzten Tage“ beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der NS-Zeit rund um Reichenau. Autor Martin Prinz adaptierte seinen Text selbst für eine hochkarätig besetzte szenische Lesung.

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Noch im April 1945, kurz vor Ende des nationalsozialistischen Regimes, wurden Unschuldige willkürlich abgeurteilt und getötet, darunter auch die Enkelinnen von Schnitzler-Muse Olga Waissnix – Olga und Elisabeth. Erschossen von jugendlichen Mitgliedern des Volkssturms. Zwei Jahre später standen die drei Hauptverantwortlichen vor Gericht. Doch anstatt von Einsicht oder Bedauern zu sprechen, pochten sie auf ihr damaliges Recht, beriefen sich auf einen Staat, der ringsum schon beinahe verschwunden war, und auf Befehle, die nur mehr sie selbst gaben (und befolgten). So steht es in den Prozessakten, die Martin Prinz’ Roman „Die letzten Tage“ zugrunde liegen. Für die Festspiele Reichenau erstellte der Autor eine Bühnenfassung, die von Schauspielerinnen und Schauspielern des heurigen Ensembles in einer szenischen Lesung, eingerichtet von Maria Happel, dargebracht wird. Denn aus dem Hinschauen auf Vergangenes gelingt es uns vielleicht, einen besseren Weg in die Zukunft zu beschreiten.

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