Sophie von Kessel und Zeynep Buyraç nach der Probe für „Die Ärztin“ in den Proberäumlichkeiten des Burgtheaters im Arsenal.

Die Welt am Seziertisch

Sarah Wetzlmayr, 30.11.2021

Auf den ersten Blick scheint es so, als wären Sophie von Kessel und Zeynep Buyraç im Stück „Die Ärztin“ Gegenspielerinnen. Doch schwarz-weiß ist in Robert Ickes Schnitzler-Überschreibung allenfalls das Bühnenbild.

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In der Mitte des minimalistischen Bühnenbilds: ein großer Holztisch. In Robert Ickes Stück „Die Ärztin“ wird dieser zum Seziertisch, auf dem der 35-jährige britische Regisseur gemeinsam mit seinem Ensemble einige der drängendsten gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit ausbreitet und bis ins kleinste Detail untersucht. Sein Stück ist eine Überschreibung von Arthur ­Schnitzlers „Professor Bernhardi“, die jedoch nicht mehr als das Grundkonstrukt des zu seiner Zeit skandalträchtigen Stücks übernimmt. Erstmals gezeigt wurde es 2019 am Almeida Theatre in London, wo Robert Icke von 2013 bis zur Uraufführung des Stücks als Associate Director für ordentlich Furore sorgte.

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