Erste Solotänzerin mal zwei. Maria Yakovleva und Kiyoka Hashimoto im roten Gang der Wiener Staatsoper. Demnächst zu sehen in „Die Jahreszeiten“.

Die Magie des Moments im Ballett „Die Jahreszeiten"

Klaus Peter Vollmann, 24.03.2022

Tanz ist flüchtig, sinnlich, energetisch. Eine Kunstform, für deren Vermittlung Martin Schläpfer leidenschaftlich Kopfbilder malt. Ende April feiert der Direktor und Chefchoreograf des Wiener Staatsballetts Premiere mit Joseph Haydns „Die Jahreszeiten“ – und gibt den Körpern dabei auch Stimmen.

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Das Jahr als Metapher des Lebens. So wird Joseph Haydns weltliches Oratorium, das er im greisen Alter komponierte, meistens beschrieben. Der Mensch, eingebunden in den Kreislauf der Natur,erfreut sich am mannigfaltigen Dasein und denkt über selbiges ebenso nach wie über die eigene Endlichkeit. Der Komponist war zum Entstehungszeitpunkt dieses letzten seiner vier Oratorien gesundheitlich bereits angeschlagen, was die Finalisierung hinauszögerte. Dazu kam, dass Haydn das Libretto, verfasst von Gottfried van Swieten, nicht recht überzeugte. Angeblich soll er den Text, dessen Verklärung des Landlebens und seine ausschweifenden Naturschilderungen den Einfluss des Philosophen Jean-Jacques Rousseau nicht leugnen können, als „französischen Abfall“ geschmäht haben.

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