Ilaria Lanzino stammt aus Pisa. Sie studierte Gesang und Germanistik und beschloss nach ihrer Mitwirkung bei Bellinis „La straniera“ im Arnold Schoenberg Chor im Theater an der Wien, sich der Regie zu widmen. Es folgten Zusammenarbeiten mit Benedikt von Peter, Jens-Daniel Herzog, David Bösch, Christof Loy, danach eigene Regiearbeiten, etwa am Theater Dortmund, am Staats-theater Nürnberg, an der Deutschen Oper am Rhein. 2020 gewann sie den „Europäischen Opernregie-Preis“.

Die Liebesinsel als Schlachtfeld

Stefan Musil, 28.09.2022

Dass die frühe Oper mächtig Frauenpower besaß, ­demonstriert die Wiener Kammeroper zum ­I­ntendanz-Start von ­Stefan ­Herheim. Ilaria Lanzino setzt Francesca Caccinis „La liberazione“ in Szene, in der sich zwei Frauen um einen Mann matchen.

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„La Cecchina“, also Singvogel, lautetet der Spitzname Francesca Caccinis (1587–1640). Ihr Vater, Giulio, gilt als Mitbegründer der Monodie, des Einzelgesangs mit Instrumentalbegleitung. Die singenden Frauen der Familie machten am Hof der Medici als „Donne di Caccini“ Furore. Francesca, Komponistin, Meisterin auf Cembalo, Laute, Gitarre, war dort höchstbezahlte Musikerpersönlichkeit. Die Habsburgerin Maria Maddalena d’Austria, durch Heirat Großherzogin von Toskana, gab anlässlich des Besuchs des polnischen Kronprinzen Władysław 1625 den Auftrag zu „La liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina“, die als erste Oper einer Komponistin gilt.

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