Noch bis 20. April im Stück „Nestbeschmutzung" im Kosmos Theater zu sehen: Birgit Stöger, Mervan Ürkmez und Tamara Semzov.

Die Dinge beim Namen nennen (ohne Namen zu nennen)

Sarah Wetzlmayr, 08.04.2024

Der bloße Austausch von Köpfen sei keine Lösung, wenn es darum geht, Machtmissbrauch in der Kulturbranche zu bekämpfen, ist das Institut für Medien, Politik und Theater überzeugt. In „Nestbeschmutzung“, ihrem neuesten Recherche-Stück, geht es deshalb um die Systematik hinter Übergriffen und um die Strukturen, die sie ermöglichen. Wir haben mit Felix Hafner und Jennifer Weiss gesprochen.

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„Kunst muss weh tun, der Weg anstrengend sein, alle Beteiligten müssen leiden und sich in einem konstanten Zustand der Überarbeitung befinden. Das ist ein Narrativ, das in der Theaterbranche sehr stark verankert ist“, hält die Dramaturgin Jennifer Weiss fest. Mit diesem Bild gehe zudem oftmals ein stark ausgeprägter Geniegedanke einher, unter dessen Deckmantel es zu Grenzüberschreitungen und dem Ausnützen von Machtgefällen kommt. Wie etwa dann, wenn ein regieführender Intendant einem Ensemblemitglied in einer Probe zwischen die Beine greift und sagt: „Das muss von hier kommen“. Die gerade beschriebene Szene stammt aus dem Stück „Nestbeschmutzung“ des interdisziplinär arbeitenden Instituts für Medien, Politik und Theater, zu dem auch Jennifer Weiss gehört.

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