Es ist eine wirklich unerhörte Begebenheit: Die Nase des Kollegienassessors Kowaljow ist ohne ihren früheren Besitzer unterwegs.

Der richtige Riecher: „Die Nase“ im Hamakom

Sarah Wetzlmayr, 03.10.2024

Nicolas Charaux hat Gogols Novelle „Die Nase“ auf die Bühne gebracht und damit den richtigen Riecher für spannende Theaterstoffe bewiesen. Im Hamakom verpackt er die absurd anmutende Geschichte in einen ebenso sinnlichen wie humorvollen Theaterabend, bei dem die titelgebende Nase das Publikum auch ein wenig an der Nase herumführt.

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Der Kollegienassessor Kowaljow erwacht (aus möglicherweise unruhigen Träumen) und stellt fest: Er hat keine Nase mehr. Zu einem etwas späteren Zeitpunkt wird er hören, dass die Stelle, wo sich einst seine Nase befand, nun aussehe wie eine frisch gebackene Palatschinke. „Immer der Nase nach“ lautet nun das Motto des stets auf Status und Prestige bedachten Beamten – ohne sich zu wundern, warum ihm so etwas passiert, macht er sich auf die Suche nach seinem Riechorgan. Dass ihn seine eigene Nase möglicherweise an der Nase herumführt, wird klar, als er ihr – in menschengroßer, uniformierter Gestalt – selbst begegnet. Der bürokratische Spießrutenlauf, den Kowaljow auf sich nehmen muss, zeigt auch: Der Verlust der Nase führt zum Ausschluss aus der Gesellschaft.

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