Günter Franzmeier und Nils Arztmann sind in „Die schmutzigen Hände“ im Theater in der Josefstadt zu sehen.

Der angekündigte Mord

Klaus Peter Vollmann, 21.10.2025

Ideologie versus Pragmatismus. In Jean-Paul Sartres Drama „Die schmutzigen Hände“ plant der Revolutionär Hugo den Tod seines Parteikollegen Hoederer. Ein Politthriller mit Nils Arztmann und Günter Franzmeier in Präzisionsrollen.

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Am Anfang ist Hoederer tot. Hugo kehrt nach drei Jahren aus dem Gefängnis zu seiner früheren Politverbündeten Olga zurück, desillusioniert über die aktuellen Kriegsgeschehnisse und den Umgang der Partei mit ihm, dem Brutus in Gestalt des einstigen Hoederer-Privatsekretärs. Angetreten, um seinen Chef auszuschalten und dessen Manöver, ein Bündnis mit den Faschisten und den Nationalliberalen zu schließen, das der eigenen, von einer klassenlosen demokratischen Gesellschaft überzeugten Partei die spätere Regierungsbeteiligung sichern sollte, zu verhindern. Tatsache ist, Hugo hat geschossen, getroffen, getötet. Weniger klar ist hingegen die Motivlage. Geschah es tatsächlich aus hehrer Überzeugung? Oder doch eher aus perfider Eifersucht, weil er seine Frau Jessica unerwartet in einer innigen Umarmung mit Hoederer vorfand?

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