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„Viele dächten, die Tragödie sei tot", heißt es am Anfang von „Anthropos, Tyrann (Ödipus)". Frei nach Sophokles wird darin die Erderhitzung mit der antiken Tragödie verknüpft. Alexander Eisenach realisierte gemeinsam mit dem „Theater des Anthropozän" dieses Stück. An dramatischen Stoffen mangelt es in der Wissenschaft ja nicht. Der Mensch vergiftet die Luft, erhöht die durchschnittliche Erdtemperatur, rodet Urwälder, rottet Tiergattungen aus. Er hinterlässt bis in die entlegensten Stellen der Weltmeere und bis auf die höchsten Gipfel der Berge Plastikmüll. Mag man es pessimistisch formulieren, dann sind Parallelen zwischen einer Tragödie und der Art und Weise, wie der Mensch die Erde behandelt, schnell gefunden. Möchte man positiver an die Angelegenheit herangehen, ist da vor allem Hoffnung durch eine spielerische und berührende Vermittlung, die das sperrige Thema „Umweltschutz" im Theater erfahren kann. Ein Theaterregisseur und eine Meeresbiologin haben daher das „Theater des Anthropozän" gegründet, um wissenschaftliche Ergebnisse mit der Emotion und Unmittelbarkeit des Theaters zu verknüpfen.
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