Für Claudia Bossard ist Elfriede Jelineks Sprache „ein Meer, in das man immer tiefer hineinfällt".

Claudia Bossard über „In den Alpen / Après les alpes"

Sarah Wetzlmayr, 31.03.2021

„In den Alpen / Après les alpes“ ist bereits die zweite Auseinandersetzung Claudia Bossards mit Elfriede Jelineks Alpentrilogie. Sie ist in Zusammenarbeit mit dem Autor Fiston Mwanza Mujila entstanden.

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Obwohl man sich bei Elfriede Jelineks Theatertexten grundsätzlich nur auf sehr wenig verlassen und meistens kaum etwas vorhersagen kann, trifft eine Sache wohl auf jeden ihrer Texte zu: Wer sich damit auseinandersetzen und sie inszenieren möchte, hat einen Berg an Arbeit vor sich. Denn ihre ex­trem verdichteten Sprachmassen neigen schon bei der Lektüre dazu, sich vermeintlich unüberblickbar vor einem ­aufzutürmen. Die aus der Schweiz stammende Regisseurin Claudia Bossard hat sich davon schon im Literatur­studium nicht abschrecken lassen. Ganz im Ge­gen­teil. Für sie ging es mit der Auseinandersetzung mit Jelineks Textflächen erst so richtig los. „Ich war eine orientierungslose Studentin und habe mich im Studium damals ziemlich gelangweilt“, erklärt sie lachend, „bis wir uns in einem Seminar einer österreichi­schen Profes­sorin mit Elfriede Jelinek beschäftigt ­haben und ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, dass es keine Lösungen und kein Richtig oder Falsch gibt.“

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