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Obwohl man sich bei Elfriede Jelineks Theatertexten grundsätzlich nur auf sehr wenig verlassen und meistens kaum etwas vorhersagen kann, trifft eine Sache wohl auf jeden ihrer Texte zu: Wer sich damit auseinandersetzen und sie inszenieren möchte, hat einen Berg an Arbeit vor sich. Denn ihre extrem verdichteten Sprachmassen neigen schon bei der Lektüre dazu, sich vermeintlich unüberblickbar vor einem aufzutürmen. Die aus der Schweiz stammende Regisseurin Claudia Bossard hat sich davon schon im Literaturstudium nicht abschrecken lassen. Ganz im Gegenteil. Für sie ging es mit der Auseinandersetzung mit Jelineks Textflächen erst so richtig los. „Ich war eine orientierungslose Studentin und habe mich im Studium damals ziemlich gelangweilt“, erklärt sie lachend, „bis wir uns in einem Seminar einer österreichischen Professorin mit Elfriede Jelinek beschäftigt haben und ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, dass es keine Lösungen und kein Richtig oder Falsch gibt.“
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