Maestro Karl Böhm sche Dirigent war ein bescheidener Star, der einst für eine außergewöhnliche Schlagzeile sorgte.

Christoph Wagner-Trenkwitz über Zeiten, als wir noch durften

Redaktion, 01.10.2020

Warum Lotto Ingrisch glaubt, dass ein Treffen mit ihm im Nirwana sicher eine Hetz sein wird. Und welches Stück Karl Böhm nach seiner Blasenerkrankung gespielt hat, berichtet Christoph Wagner-Trenkwitz in seiner Kolumne.

Werbung

Jene Zeiten sind gar nicht so lange her: etwa die legendäre „Tosca“ in der Wiener Staatsoper, als Jonas Kaufmann mitsamt dem Publikum in einem Bis! der großen Arie schwelgte und die Prima­donna Angela Gheorghiu den Auftritt verweigerte. Als die Vorstellung für einige Augenblicke stand, regte sich im (natürlich knallvollen) Stehparterre das Verantwortungsbewusstsein, das schon Persön­lichkeiten wie Georg Springer von den billigsten Plätzen in den Stuhl des Holding-Geschäftsführers ­katapultiert hatte; eine Dame fragte ihren Nachbarn nämlich aufgeregt: „Was tan mer jetzt?“ Unter Benützung einer Pointe des Pelikan in Kálmáns „Zirkusprinzessin“ könnte man, durchaus stehplatz­gerecht, antworten: „Jetzt tan mer die Füß’ weh!“

Weiterlesen

Werbung