Anna-Sophie Mahler inszeniert zum ersten Mal in Wien. „Beim Lesen des Stücks, das irgendwo zwischen Mexiko und Amerika spielt, dachten wir sofort, das könnte passen.“

Camino Real: Irgendwo im Nirgendwo

Sarah Wetzlmayr, 12.11.2024

Ein Stück wie ein Fiebertraum. Und dennoch steckt in „Camino Real“ eine große Portion Gesellschaftskritik. Anna-Sophie Mahler inszeniert das Stück als musikalische Reise durch eine wüste, vorhöllenartige Gegend. Als Wegweiser und Reiseleiter fungieren Calexico.

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Wo soll das alles nur hinführen? Es kann passieren, dass man sich diese Frage stellt, wenn man Tennessee Williams’ zwischen Realität und Fiebertraum oszillierendes Stück „Camino Real“ zum ersten Mal liest. Die (sehr vereinfachte) Antwort lautet: Nirgendwohin. Die von Williams in seinem 1953 uraufgeführten Stück beschriebene Straße ist nämlich eine Sackgasse, die sich nach und nach als eine Art Vorhölle entpuppt. Dead End – im wahrsten Sinne des Wortes. Würde eine Wiener Bim dort stehenbleiben, hieße es:

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