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Es ist irgendwie verrückt: Da ist die Oper monatelang zu, und trotzdem hat sie mehr Zuseher:innen erreicht als je zuvor. Mehr als sechs Millionen Menschen haben via ORF und Streams die Premieren der ersten Spielzeit von Bogdan Roščić gesehen. Als einziges Haus weltweit hat die Staatsoper der kollektiven Kultur-Depression Paroli geboten und seit September durchgehend gespielt – im Theater selbst nur für die Augen der Kameras, aber draußen für die ganze Welt. Der Mann, der das als Kreativkraft angetrieben hat, sitzt gelassen in seinem Büro. Ein rotes Plastik-Kaffeehäferl in der rechten Hand. Es ist sein Lieblingsbecher. Woher er kommt, weiß man nicht, beim Auszug des Vorgängers wurde er achtlos in der Spüle zurück gelassen. Roščić mag recycelte Dinge. Sein Büro ist voller Sachen, die einmal woanders gelebt haben.
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