Faible für Friedhöfe.
Wo auch immer er hinkommt, schaut sich Bernhard Aichner den Friedhof an. „Ich mag die Stille und inspiziere gerne Grabsteine. Alle, die da liegen, erzählen Geschichten. Oft stammen auch die Namen meiner Helden von Grabsteinen.“

Bernhard Aichner: Der Tod steht ihm gut

Klaus Peter Vollmann, 28.03.2022

Extravagante Morde. Bizarre Schauplätze. Exzentrische Figuren. Bernhard Aichner schreibt Blockbuster-Krimis, die unter die Haut gehen. Mit „Brennweite“ liegt der neueste Thriller in den Regalen – und seine „Totenfrau“-Trilogie wurde soeben von Netflix verfilmt. Zu sehen ab Herbst in 190 Ländern.

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Er mag keine Hemden. Deshalb trägt er seit Jahren T-Shirts und Lederjacken, die er in vielen Farben besitzt. Aus einer textilen Aversion ist so ein Markenzeichen geworden. Ein spezifisches Charakteristikum sind auch die knappen, prägnanten Sätze, mit denen Bernhard Aichner ganze Welten erschafft. „Ich habe Germanistik studiert und es gehasst, wenn Sätze über eine ganze Seite gingen und man beim Lesen dreimal von vorn beginnen musste. Landschaftsbeschreibungen, die sich über sieben Seiten erstreckten, haben mich wahnsinnig gemacht“, erklärt er seine Vorliebe für eingängige Satzkompositionen. „Ich skizziere lieber etwas, und die Leserin oder der Leser malt es aus. Man sollte die Fantasie seines Publikums nicht unterschätzen.“ Auch seine Dialoge ähnelten eher einem Pingpong-Spiel, erklärt der Autor.

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