Tonangebend. Als Schlagzeugerin reizt Barbara Frey auch die akustische Dimension von Poes Texten.

Barbara Frey: Von der Stille ins Getöse

Sarah Wetzlmayr, 07.10.2021

Barbara Frey ist Regisseurin, Schlagzeugerin und Intendantin der Ruhrtriennale. In ihrer aktuellen Produktion widmet sie sich dem Geisterhaften.

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Rund 75 Minuten braucht man, um von der Josef­stadt zu Fuß ins Arsenal zu gelangen. Über die damit einhergehende Schrittanzahl, im momentanen Diskurs ja zum ultimativen Gesundheitsparameter hochstilisiert, kann an dieser Stelle allerdings keine Auskunft gegeben werden, denn diese Info stammt nicht aus den Untiefen einer Tracking-App, sondern aus dem Erfahrungsschatz von Theater- und Opernregisseurin Barbara Frey. Während der Proben für „Der Untergang des Hauses Usher“, einer Bühnen­adaption der berühmten Erzählung von Edgar Allen Poe, wurde diese Strecke nämlich zu ihrem täglichen Arbeitsweg. Für die in Basel geborene Theatermacherin eine vor allem in akustischer Hinsicht interessante Erfahrung. „Ein bisschen weniger als eine Stunde dauert es, bis man beim Park, der das Belvedere umgibt, ankommt und in eine plötzliche Stille eintaucht. Es ist wie eine akustische Schneise, durch die man hindurchgeht, bevor der Straßenlärm wieder beginnt“, sagt Frey, die in ihren Zwanzigern als Schlagzeugerin aktiv war.

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