Ohne Belichtung kein Bild. So lautet einer der Grundsätze der Fotografie. In gewisser Weise trifft das auch auf die Inszenierung von „Faust“ zu, mit der das Volkstheater die kommende Spielzeit eröffnet.

Augenblick, verweile doch!

Sarah Wetzlmayr, 13.09.2022

Eine Theaterinszenierung als Aneinanderreihung ­aufblitzender Augenblicke – gemeinsam mit dem Fotografen Marcel Urlaub taucht Kay Voges Goethes „Faust“ in völlig neues Licht.

Werbung

Irgendwo in der hintersten Ecke des Bücherregals staubt es vor sich hin, das gelbe, an den Ecken schon leicht verbeulte Reclam-Büchlein mit der Aufschrift „Faust. Der Tragödie Erster Teil“, dessen Anblick sofort eine Vielzahl längst vergessen geglaubter Momente zurück ins Gedächtnis spülen würde. Erinnerungen an im allerletzten Augenblick verfasste Hausübungstexte, mit der Hand hingeschmierte Schularbeiten oder auch an Klaus Maria Brandauers weiß geschminktes Gesicht, wie es aus dem gerade noch unter vorfreudigem Gelächter in die Klasse geschobenen Medienwagen nun in dauermüde pickelige Gesichter blickt.

Weiterlesen

Werbung