Kulturszene im Krieg: Der Schriftsteller Robert Prosser hat für uns eine Reportage aus der Ukraine geschrieben.

Aufzeichnungen vom Kriegsrand: Eine Reportage von Robert Prosser

Redaktion, 25.01.2024

Der Tiroler Autor Robert Prosser war zehn Tage im Süden der Ukraine unterwegs – nahe der Front. Eine Reportage über Bombenangriffe und eine ­Kulturszene, die sich nicht unterkriegen lässt.

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„Willkommen im Casino“, sagt Sviatoslav Pomerantsev, genannt Slava. Eine gängige Bemerkung, schlagen die Sirenen Alarm und gibt das Smartphone ein markantes Heulen von sich. „Proceed to the nearest shelter“, verkündet die metallische Stimme der Warn-App. „Your overconfidence is your weakness.“ Der Ballsaal des Kulturzentrums Union im Zentrum Odessas ist Sonntagabend gut besucht. Auf der Bühne beschließt die Dichterin Tetiana Mylymko mit Gitarrist und Drummer das Meridian-Literaturfestival, das Slava gemeinsam mit Evgenija Lopata organisiert. In Telegram-Gruppen müsste bald gepostet werden, was von den Russen abgefeuert wurde. Eine Iskander zielt etwa nicht auf die Innenstadt, solche kostspieligen Raketen haben fast immer militärisch Bedeutsameres wie ein Munitionsdepot im Visier.

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