Von Innsbruck über München nach Wien. Alexandra Krismer spielt seit 2009 im Theater in der Josefstadt.

Auf der Bühne herrscht Ruhe

Klaus Peter Vollmann, 27.03.2023

Als Kind wollte sie Pathologin werden. Heute seziert sie akribisch ihre Figuren. Alexandra Krismer ist Spezialistin für fragile Charaktere. In „Sommergäste“ spielt sie nun die stille Warwara. Und kommt sich damit selbst sehr nah.

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Die Lebenden versus die Toten. So in etwa lautete das Match um die künftige Profession in Alexandra Krismers kindlichem Kopf. Einerseits wollte sie Gerichtsmedizinerin werden. „Mich interessiert immer der Ursprung, das, was ich nicht sehe, einen Menschen aber zu dem gemacht hat, was er ist. Das gilt gleichermaßen für das Schauspiel. Im Falle der Pathologie heißt es aber auch: Was hat einen Menschen getötet, ohne dass es für jeden ersichtlich ist?“ Andererseits trat sie mit fünf Jahren im Kindergarten als Maria auf und machte dabei eine seltsame Entdeckung: „Ich war aufgeregt und habe es gehasst, auf die Bühne zu müssen. Als ich dann aber meinen Auftritt hatte, bin ich plötzlich ganz ruhig geworden. Lampenfieber ist ein psychischer Zustand, diese Ruhe aber hat meinen ganzen Körper erfasst.“

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