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„Ein Leben im Konjunktiv“ bescheinigt Regisseurin Anna Bergmann einer der zentralen Figuren aus Ödön von Horváths selten gespieltem Stück „Die Unbekannte aus der Seine“. Albert ist demnach ein typischer Horváth-Charakter – zwischen dem Wunsch nach Macht und der eigenen, lähmenden Ohnmacht gefangen. Rastlos und unbeweglich zugleich. Auf wen das so gar nicht zuzutreffen scheint, ist die Regisseurin selbst, die nicht nur auf den ersten, sondern auch auf den zweiten und dritten Blick so wirkt, als wüsste sie ganz genau, was sie will und was sie ganz und gar nicht will. Hätte, hätte, Fahrradkette? Im Gegenteil – lieber einmal ordentlich in die Pedale treten und möglichen Gegenwind als zusätzlichen Motivationsschub betrachten. Zu den Dingen, die Anna Bergmann nicht will, gehört im Übrigen Hintergrundgemurmel beim Interview. Freundlich, aber bestimmt weist sie darauf hin.
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