Die Hölle von „Nebenan“. Daniel Brühl in seinem Regiedebüt als Hipster-Filmstar mit Peter Kurth als Wende-Ossi.

Angelika Hager über die Klassiker-Krankheit

Angelika Hager, 07.09.2021

Kolumnistin Angelika Hager beschäftigt sich diesmal mit der Sehnsucht, mehr Menschen aus der Echtzeit am Theater zu sehen.

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Das beste Theaterstück der letzten Wochen habe ich kürzlich im Kino gesehen. Der Film „Nebenan“ in der Regie von Daniel Brühl barg alle Facetten, die ein sogenanntes „well made play“ in sich tragen sollte: Menschen in der Bredouille, interessante, weil ziemlich verkorkste Seelen; Dialoge, die literarisch anspruchsvoll, aber dennoch nicht wie aus der Mottentruhe, sondern heutig und ­unaufgesetzt klingen; eine Handlung, die die Protagonisten schichtenweise bloßlegt, aber auch voller unvorhergesehener Kehrtwendungen ist.

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