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Jahr für Jahr winsle ich meinen Sommer-Nachbarn im Vöslauer Kabanien, den Burgschauspieler Roland Koch, an, dass er sie erzählt, die Geschichte vom Gastspiel in Sibirien. Manchmal lässt er sich ein bisschen bitten, doch die Story ist wie roter Wein: Sie wird von Jahr zu Jahr besser. Also: 2011 gastierte das Burgtheater mit Heinrich von Kleists Gerichtsfarce über Korruption und moralische Verkommenheit, „Der zerbrochne Krug“, im rauen Omsk in Sibirien; mit Michael Maertens im Part des Dorfrichters Adam, Regie: Matthias Hartmann. In Russland brodelte es zu dieser Zeit, denn damals durfte noch, im Verhältnis zu heute, ohne massive Freiheits- und Lebensbedrohung demonstriert werden; Herrn Putin wurde Wahlschwindel vorgeworfen. Im heutigen Lichte seines Angriffskriegs gegen die Ukraine ein Kavaliersdelikt.
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