Finstere Zeiten. Ein Bild der Volksoper samt Hakenkreuzfahne aus der Zeit der Naziherrschaft 1938 bis 1945. Das Foto von Bruno Völkel entstammt dem Theatermuseum Wien.

Akribische Spurensuche

Klaus Peter Vollmann, 07.12.2023

Was geschah mit den Künstler*innen der Volksoper, die ab 1938 attackiert, vertrieben und erniedrigt wurden? Ein Buch rehabilitiert diese Menschen und gibt ihnen ihre Geschichte zurück.

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„Gruß und Kuss aus der Wachau“. So lautete der Titel jener Revueoperette, die für zahlreiche Persönlichkeiten der Volksoper Wien das Karriere-Aus – und für manche auch den Tod – markierte. Denn das fröhliche Heile-Welt-Stück des Komponisten Jara Beneš befand sich gerade in der heißen Probenphase, als 1938 Österreichs „Anschluss“ an das Deutsche Reich stattfand und verdiente jüdische Mitarbeiter*innen oder solche mit abweichender politischer Haltung das Haus unverzüglich verlassen mussten, während andere ihre Chance gekommen sahen und – meist aus der zweiten oder dritten künstlerischen Reihe – ins Rampenlicht drängten.

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